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Ideenschmiede Gehirn…

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Hallo wunderschönes Lesewesen, schön bist du da.


Heute will ich über Ideen mit euch reden. Nein, keine Sorge ich will dir keine einzige klauen, da ich jetzt schon mehr Ideen habe, als ich je werde schreiben können. Ich werde wohl einfach ewig leben müssen. Nein, mir geht es eher darum, woher sie kommen.

Die häufigste Frage, die mir meine Mitmenschen stellen, ist: „Woher nimmst du bloss die Ideen für deine Geschichten?“

(Na ja, das und: «Warum sind deine Geschichten so düster?» … Aber das lassen wir mal aussen vor, weil ich dafür vermutliche einen tüchtigen Therapeuten bräuchte, den ich nicht habe.)

Mein erster Impuls ist zu antworten, aus meinem Gehirn. Aber das ist unhöflich. Die Ideen kommen einfach so, ist auch nicht ganz richtig. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, stimmt zwar, ist aber auch keine befriedigende Antwort. Das soll sich nun ändern und du erfährst es zuerst. Wenn es so oft gefragt wird, dann sollte man meinen, dass meine Antwort von Interesse ist. Hoffentlich auch für dich. Wenn nicht, dann mach etwas anderes. (Lass mir vorher aber einen Kommentar da, sonst erfahre ich ja nie, was dich inspiriert.)

Meine 5 Quellen der Inspiration

1. Fotos liefern mir die besten Ideen

Patricia Prezigalo Ideen Fotos

Ich mache gerne Fotos und noch viel lieber schaue ich mir Fotos an. Nicht unbedingt die 2’000 Fotos umfassende Präsentation der letzten Seniorenkreuzfahrt. Aber vereinzelte Bilder, in denen eine versteckte Emotion oder eine besondere Stimmung eingefangen worden ist. Sie müssen nicht unbedingt ästhetisch oder von Profis gemacht worden sein. Das kann ein zugezogener Vorhang sein, durch den das Licht in einer gewissen Weise fällt. Oder der Gesichtsausdruck einer Person, der nicht zum fotografierten Moment passen will und schon fange ich an mir eine Geschichte dazu auszudenken.
Die Liste der Fotos, die mich inspiriert haben, ist lang. Pinterest und Stock Photography (externer Link) Webpages sind daher meine guten Freunde. Blöd ist nur, dass ich viel zu viel Zeit da verbringe.

2. Öffentliche Verkehrsmittel, für die besten Protagonisten

Die ÖV sind meine beste Schatzkammer für Ideen zu Protagonisten. Es ist ein idealer Ort, um Leute zu beobachten, sich Geschichten zu ihnen und ihrem Leben auszudenken, gestützt auf Gesprächsfetzen, die man mitbekommt, oder deren Körperhaltung, Marotten, Gesten, etc zu studieren. Klingt vermutlich unheimlich. Ziemlich sicher sogar. Die meisten Passagiere unterhalten und benehmen sich so, als würde ihnen niemand zusehen oder zuhören.
Ja, ich weiss, das klingt sehr nach einem Stalker, aber man kann keine Romanfiguren erstellen, ohne die Menschen vorher genau studiert zu haben. Am besten geht das dort, wo sie sich unbeobachtet fühlen, legal ist das Beobachten nur in öffentlichen Plätzen und am unauffälligsten im Zug, Tram oder Bus. Hinter dem Wahnsinn steckt Methode, da ich nie Menschen aus meinem Bekanntenkreis in meinen Geschichten verwende. Das wäre nun wirklich seltsam.

3. Wanderungen für Beschreibungen

Patricia Prezigalo Ideen Wandern

Wenn man in der Schweiz wohnhaft ist, gehört das Wandern einfach zum Paket dazu, sowie das Fondue, Raclette und die Schokolade. Nein, ich habe keine Rolex. Klischees beiseite, das Wandern ist eine gute Art auf neue Ideen zu kommen. Wenn ich Wandern gehe, dann sind die Beine damit beschäftigt mich den Berg hochzuhieven, meine Augen bekommen wunderschöne Naturschauspiele geboten und meine Gedanken gehen auf Reisen. Sie kommen erst wieder zurück, wenn ich wieder einigermassen Luft bekomme, mit vielen neuen Ideen. Ich weiss auch nicht wieso. Höhenkoller?

4. Musik für Romantik

Die Musik inspiriert mich, wie die meisten anderen Menschen auch. Keine weltbewegende Erkenntnis. Eine schwierige Szene? Kein Problem, passende Musik einschalten und die Szene schreibt sich wie von selbst. Auf der Suche nach einer zündenden Idee? Musik an – Ideen marsch!

5. Die Minute vor dem Einschlafen für einfach alle Ideen

(Auch bekannt unter dem Namen: Stinkefinger des Gehirns)

Die besten Ideen kommen im Halbschlaf zu mir. Wenige Augenblicke bevor ich einschlafe, spuckt mein Gehirn nicht nur einzelne Gedankenblitze aus, die ich später ausformulieren kann. Nein. Das ist etwas für meine wachen Stunden. Im Halbschlaf schenkt es mir ganze Konzepte, von Anfang bis Schluss, mannigfaltige Handlungsstränge mit jedem Knoten, jeder Biegung im Weg und unendliche Variationen. Alles sehe ich wunderbar entwirrt und klar, perfekte Formulierungen und die witzigsten Dialoge.
Im Bett habe ich Notiz und Stift in Griffweite, um alles aufzuschreiben. Ja, das ist Retro, ich weiss, aber Displays sind viel zu hell. Bis sich meine Augen an das Licht gewöhnt haben, bin ich zu wach und der Moment ist vorbei. Das ist der Grund, warum ich manchmal mit Kugelschreibergekrakel im Gesicht aufwache und im Dunkeln leserlicher schreibe, als im wachen Zustand. Eine hohe Kunst und mein geheimes Supertalent. Was nicht heisst, dass ich meinen Gedanken, hinterherkomme. Die sind meist zu schnell für mich.

Bonus: Ideen beim Zähneputzen.

Ja. Genau. Beim Zähneputzen. Kaum nehme ich meine elektrischen Zahnbürste zur Hand, fällt mir plötzlich die Lösung zu einem Problem ein, an dem ich schon den ganzen Tag herumstudiere. Warum? Keine Ahnung. Aber jetzt weisst du zumindest, warum ich Zettelchen und einen Stift in meinem Spiegelschrank habe.

Das waren sie: meine 5 Quellen der Inspiration. Natürlich inspiriert mich noch viel mehr, aber das waren die wichtigsten, die für mich immer funktionieren. Was inspiriert dich? Woher nimmst du deine Ideen für Geschichten? Ich würde mich freuen, über deine Erfahrungen.

Vielen Dank dafür, dass du bis zum Schluss gelesen hast. Wenn dir mein Beitrag gefallen hat, dann schenk mir doch ein Like, ein paar Sterne oder teile ihn mit deinen Freunden.

Ich poste jede Woche einen neuen Beitrag rund ums Thema Schreiben, Geschichtenerzählen und alles drumherum. Sei dabei, oder auch nicht, ich bin nicht deine Chefin. Aber ich würde mich freuen dich wiederzusehen.

Liebe Grüsse, Patricia

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